NEUTRAL, ERFAHREN, UNABHÄNGIG

Im Auftrag der Unabhängigen Aufarbeitungskommission
in der Diözese Regensburg

Aufruf zur Mitarbeit im Betroffenenbeirat der Diözese Regensburg

Menschen, die sexuellen Missbrauch bzw. sexualisierte Gewalt in der katholischen Kirche in Deutschland erleiden mussten oder ihre Angehörigen laden wir ein, sich am Ausschreibungsverfahren für die Mitgliedschaft im Betroffenenbeirat der Diözese Regensburg zu beteiligen. -> Rahmenordnung für das Ausschreibungs-und-Besetzungsverfahren
Die Zusammenarbeit mit den Betroffenen im Aufarbeitungsprozess „Domspatzen“ hat sich bewährt. Rückblickend gebührt den Betroffenen bei den „Domspatzen“ Dank für die engagierte und vertrauensvolle Mitarbeit. Nunmehr soll ein weiteres, neues Kapitel der Aufarbeitung folgen, dass sich mit dem sexuellen Missbrauch einschließlich sexualisierter Gewalt in der gesamten Diözese Regensburg beschäftigt. Mit dem Betroffenenbeirat wird von Beginn an eine Plattform für die aktive Einbindung der Betroffenen bei der Aufarbeitung dieser Taten in der katholischen Kirche geschaffen. Im Verlauf der Aufarbeitung soll keine bedeutende Entscheidung ergehen ohne maßgebliche Beteiligung der Betroffenen. Die Betroffenen sollen nicht nur gehört werden, sondern die Aufarbeitung aktiv mitgestalten.

Ausgangspunkt und Grundlage ist die gemeinsame Erklärung des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs und der Deutschen Bischofskonferenz über verbindliche Kriterien und Standards für eine unabhängige Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche in Deutschland. -> Gemeinsame Erklärung UBSKM Dt.Bischofskonferenz

Ziel und Aufgaben des Betroffenenbeirats

In der Diözese Regensburg soll eine nachhaltige Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs einschließlich sexualisierter Gewalt erfolgen. Der Focus ist zu richten auf Taten, begangen durch Kleriker und sonstige Beschäftigte der katholischen Kirche. Die Aufarbeitung orientiert sich an den Kriterien Unabhängigkeit, Transparenz und Partizipation der Beteiligten. Dazu ist die Einrichtung eines Betroffenenbeirats ein erster und wichtiger Schritt.

Der Betroffenenbeirat wird sich mit der Aufarbeitungskommission und Verantwortlichen der Diözese austauschen. Er soll mit Informationen, Hinweisen, Erwartungen und konkreten Änderungsvorschlägen an die Diözese oder die Aufarbeitungskommission herantreten. Er schlägt aus dem Kreis der Betroffenen drei Mitglieder für die Aufarbeitungskommission in der Diözese Regensburg vor. Den Aktivitäten des Beirats sind durch diese Kompetenzen keine Beschränkungen auferlegt; sie bilden vielmehr das Rüstzeug für eine selbstbewusste, kreative und unkonventionelle Arbeit. Er kann Kritik üben, Impulse geben, fordern und unterstützen.

Gemeinsames Ziel der unabhängigen Aufarbeitungskommission und des Betroffenenbeirates wird es sein, Tatsachen, Ursachen und Folgen des sexuellen Missbrauchs einschließlich sexualisierter Gewalt zu erforschen und zu benennen. Inhaltlich sollen zielorientiert missbrauchsfördernde Strukturen in der katholischen Kirche ausgeleuchtet und mögliches Fehlverhalten beim administrativen Umgang mit Täter und Betroffenen benannt werden. Mit einem geschärften Blick auf die Vergangenheit können die bereits vorhandenen Präventivmaßnahmen in Zukunft noch effektiver gestaltet werden.

Struktur

Dem Betroffenenbeirat sollen mindestens fünf Mitglieder angehören. Die Mitarbeit endet drei Jahre nach der Berufung. Das Gremium tagt mindestens zweimal jährlich und bei Bedarf, wobei es selbst die Form einer Präsenz- oder Onlineveranstaltung wählt.

Die Mitarbeit im Betroffenenbeirat ist ehrenamtlich. Die Mitglieder erhalten eine angemessene Aufwandsentschädigung und eine Erstattung der Fahrtkosten. Der Betroffenenbeirat kann sich eine eigene Geschäftsordnung geben. Das Bischöfliche Ordinariat wird auf Wunsch administrative Unterstützung leisten.

Wer kann Mitglied werden?

Die Möglichkeit zur Interessenbekundung ist für alle volljährigen Personen bzw. deren volljährigen Angehörigen gegeben, die

  • sexuellen Missbrauch einschließlich sexualisierter Gewalt, begangen durch Kleriker oder sonstige Beschäftigte im kirchlichen Dienst der Diözese Regensburg selbst als Betroffene oder mittelbar als Angehörige, erlitten haben
  • die heute im Gebiet der Diözese Regensburg wohnen und in anderen Diözesen sexuellen Missbrauch einschließlich sexualisierter Gewalt durch Kleriker oder sonstige Beschäftigte im kirchlichen Dienst erlitten haben.

    Zur Klarstellung: Betroffene aus dem Aufarbeitungsprozess „Domspatzen“ sind ebenfalls eingeladen, ihr Interesse an einer Mitarbeit im Betroffenenbeirat zu bekunden.

Auswahlverfahren

Die Auswahl der Mitglieder für den Betroffenenbeirat der Diözese Regensburg erfolgt durch ein Auswahlgremium. Dieses Auswahlgremium setzt sich zusammen aus zwei externen Experten und jeweils einem Vertreter der Betroffenen und der Diözese. Für die Diözese Regensburg begleitet der Generalvikar Dr. Batz die Betroffenenbeteiligung im Auswahlgremium. Das Auswahlgremium sichtet die Interessenbekundungen und lädt geeignete Bewerberinnen und Bewerber zu einem Gespräch ein.

Das Auswahlgremium trifft im Anschluss eine Besetzungsentscheidung und teilt dem Bischof die Besetzung des Gremiums mit. Die Besetzung erfolgt für eine Dauer von drei Jahren.



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Ulrich Weber Rechtsanwalt
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